Lotse Mandantenmagazin 1. Quartal 2021

Cover Lotse Q1 2021

Wissenswertes für Unternehmer und Steuerzahler

  • Jahressteuergesetz 2021 – die Highlights
  • Der neue Mindestlohn 2021 / 2022
  • Macht Bargeldlos wirklich glücklich?
  • Steuerpflichtiger Grundstückshandel
  • Drei Irrtümer zum Thema “New Work”
  • Lehren aus der Corona-Krise

Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und veröffentlichen die einzelnen Beiträge nach und nach hier auf unserem Blog.

Steuerliche Förderung bei energetischer Gebäudesanierung

Baukosten Taschenrechner

Sie planen eine Sanierungsmaßnahme, um Energie zu sparen? Dann nutzen Sie den Steuerbonus.

Voraussetzung ist, dass das Gebäude bei Beginn der Sanierung älter als 10 Jahre ist.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Begünstigte Maßnahmen sind die Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen, Geschossdecken, die Erneuerung der Fenster, Außentüren, Lüftungs- und Heizungsanlagen, der Einbau von digitalen Systemen zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung sowie die Optimierung bestehender Heizungsanlagen, sofern diese älter als zwei Jahre sind.
  • Verteilt wird die Steuervergünstigung auf drei Veranlagungszeiträume. Im Jahr des Abschlusses der energetischen Maßnahme und im folgenden Jahr können Sie jeweils 7% der Aufwendungen, max. jedoch € 14.000 abziehen. Im dritten Jahr sind es dann 6%, höchstens aber € 12.000. Insgesamt beliefe sich der maximale Steuerabzug auf € 40.000. Voraussetzung ist aber, dass das Gebäude bei Beginn der Sanierung älter als 10 Jahre ist.
  • Voraussetzung für den Steuerabzug ist eine Rechnung, die die förderungsfähigen energetischen Maßnahmen, die Arbeitsleistung des Fachunternehmens und die Adresse des begünstigten Objekts ausweist, und die in deutscher Sprache ausgefertigt sein muss. Wie bei den haushaltsnahen Leistungen muss die Zahlung auf ein Konto des ausführenden Unternehmens erfolgen.

Fragen dazu? Wir beraten Sie gern.

Zurück auf Los – Umsatzsteuerregelungen ab 2021

Titel Sonderlotse Umsatzsteuer

Die von der Regierungskoalition beschlossene Senkung der Umsatzsteuersätze vom 1.7.2020 bis 31.12.2020 von 19 % auf 16 % bzw. von 7 % auf 5 % läuft nun wieder aus.


Also raus aus den Kartoffeln, rein in die Kartoffeln? Im Prinzip schon.

Einen Unterschied zum Juli gibt es aber schon: Da die Senkung der Umsatzsteuer sehr schnell und überraschend kam, gab es erleichternde Übergangsregeln. Dies hat der Fiskus bei der aktuellen Umstellung nicht für notwendig erachtet.

Damit sich jeder von Ihnen schnell einen Überblick verschaffen kann, halten wir die Texte hier möglichst kurz. Auch konzentrieren wir uns auf die wichtigsten Grundsätze – die Einzelfälle werden / haben wir mit Ihnen persönlich geklärt.

Auf 6 Seiten das Wichtigste in Kürze

Arbeitsplanung und Prioriäten

Pfeile

Was für ein Jahr...

gefühlt ist nichts wie vorher.

Und uns allen wird geraten, das „neue Normal” anzunehmen und Strategien zu entwickeln auch längerfristig mit dem Virus zu leben. 

Auch wir haben seit März versucht so etwas wie einen „normalen Geschäftsbetrieb” aufrecht zu erhalten. Alle, die wie wir in Branchen tätig sind, in denen die Arbeit mit der Krise mehr geworden ist, wissen wovon wir reden. 

Natürlich ist uns klar, dass das immer noch die bessere Situation ist. Einige Branchen haben zu wenig Arbeit und damit auch weniger Verdienst. Spätestens jetzt mit dem weiteren Lockdown, der uns alle noch bis ins nächste Jahr „bremst”, ist an einen ganz normalen Geschäftsbetrieb auch bei uns nicht mehr zu denken. 

Die Regelungen der sicher gut gemeinten Förderungen ändern sich manchmal stündlich – und natürlich beobachten wir das Geschehen für die optimale Beratung unserer Mandanten. Die staatlichen Förderportale brechen gerade beim Ansturm der ersten Tage oft komplett zusammen oder stürzen kurz vor Abschluss der Anträge ab, so dass man wieder von vorne beginnen muss.
Wir nehmen diese Herausforderung gerne für Sie an. Es ist schließlich unser Job, Sie gerade auch in Krisenzeiten zu unterstützen. 

Dies alles bringt auch uns an unsere Kapazitätsgrenzen. Daher können wir Ihnen den gewohnten Service besonders nicht in dem Tempo bieten, das Sie sonst von uns gewohnt sind. Die Folge: Sie bekommen lhre(n) Sachbearbeiter(in) oder auch die Chefs nicht direkt ans Telefon, die Antragstellung geht nicht so schnell wie erhofft oder der Jahresabschluss dauert dieses Jahr einfach länger. 

Seien Sie versichert, dass wir hier im Team sehr sorgfältig die Prioritäten abwägen, nach denen wir die Arbeit verteilen und erledigen. Mandanten, die in ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten sind, brauchen hier einfach Vorrang. 

Wir brauchen dabei auch Ihre Hilfe. Und das bedeutet manchmal auch ein wenig Geduld.
Wir haben jeden von Ihnen auf dem Schirm und unterstützen Sie dabei, unter den für Sie optimalen Schirm zu schlüpfen. 

Gemeinsam werden wir die Situation zielgerichtet und ohne Hektik meistern.

Ihr Team vom Steuerbüro Jostmeier – Helming – Stein

Steuerspartipp Anschaffungen bis € 800

Hund am Computer

Sie möchten 2020 noch Steuern sparen? Und liebäugeln schon länger mit einem neuen Laptop oder benötigen einen vernünftigen Bürostuhl? Dann machen Sie sich doch eine Freude und senken gleichzeitig Ihre Steuerlast.

Für Selbständige, Freiberufler, Gewerbetreibende

Wenn Sie jetzt noch in kleinere Maschinen, Büroausstattung, Computer oder Smartphones investieren, können Sie diese Gegenstände (im Fachjargon “Geringwertige Wirtschaftsgüter”, kurz GWG) bis zu einem Nettobetrag von 800 Euro (952 Euro brutto) in voller Höhe als Betriebsausgabe abziehen. Teurere Gegenstände müssen Sie hingegen jeweils über mehrere Jahre abschreiben.

Je nach Höhe der Investition können Sie dabei ein Wahlrecht nutzen:

  • Bei Anschaffungskosten bis 250 €: Sofortabschreibung
  • Bei Anschaffungskosten zwischen 250,01 € und 800 €: Wahlweise Sofortabschreibung oder Poolabschreibung, d.h. es wird ein Sammelposten aller Anschaffungen gebildet, die dann über einen Zeitraum von 5 Jahren abgeschrieben werden
  • Für alle Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten zwischen 800,01 € und nicht mehr als 1.000 €: Poolabschreibung mit Verteilung auf 5 Jahre oder Regelabschreibung über die Nutzungsdauer nach der Abschreibungstabelle, bei Büromöbeln beispielsweise 13 Jahre.

Mit diesem Wahlrecht können Sie als Unternehmer also “Steuerpolitik” betreiben: Kaufen Sie für sich und Ihre Mitarbeiter beispielsweise 10 hochwertige Bürostühle im Wert von 800 Euro je Stuhl, können Sie entweder im Jahr der Anschaffung 8.000 Euro von der Steuer absetzen oder alternativ jeweils 1.600 Euro pro Jahr in den nächsten fünf Jahren.

Wir zeigen Ihnen mit einer Vergleichsrechnung gern Ihren steuerlichen Vorteil auf.

Für Arbeitnehmer

Selbst wenn Sie kein Arbeitszimmer in der Einkommensteuererklärung absetzen können – Büromöbel und technische Geräte können Sie trotzdem steuerlich geltend machen. Voraussetzung ist hier lediglich, dass Sie sie nahezu ausschließlich für berufliche Zwecke verwenden. Auch hier gilt der Nettobetrag von € 800 als Höchstgrenze, damit die Anschaffung in voller Höhe als Ausgabe anerkannt wird. Ansonsten werden die Kosten auf mehrere Jahre abgeschrieben.

Beim Schenken auch ans Finanzamt denken

Geschenke an Geschäftsfreunde

Sie möchten Ihren Kunden und Geschäftspartnern zu Weihnachten etwas schenken? Eine gute Idee, denn kleine Geschenke erhalten ja bekanntlich die Freundschaft.

Doch das Finanzamt hat ein Wörtchen mitzureden, wenn es um die steuerliche Abzugsfähigkeit geht.

Aufmerksamkeiten bis € 10 netto pro Kunde (sogenannte Streuartikel) sind dabei unkritisch und voll abzugsfähig. Hochwertigere Geschenken bis € 35,- pro Jahr pro Person sind beim Unternehmen zwar Betriebsausgabe, doch müssen sie beim Kunden versteuert werden.
Das können Sie Ihren Kunden ersparen, wenn Sie die Pauschalsteuer von 30 % (zzgl. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer) für Ihre Geschäftsfreunde übernehmen. Bewahren Sie die Zahlungsbelege auf und versehen Sie sie mit dem Namen des Beschenkten und dem Anlass, damit die Formvorschriften erfüllt sind.

Aber Achtung: Übersteigen Ihre Geschenke den Wert von 35 € netto, sind weder die Geschenke noch die Pauschalsteuer als Betriebsausgabe abzugsfähig.

Update Novemberhilfe – Auszahlung der Abschlagszahlungen Ende November?

Fragezeichen

Stand 16. November 2020

Geduld fordert der Staat weiterhin von allen, die auf die Novemberhilfe für die von der angeordneten Schließung direkt und indirekt betroffenen Unternehmen und Institutionen warten.

Das Beantragungsportal wird nicht vor Ende November geöffnet.

Statt dessen soll es ab dem 25.11. Abschlagszahlungen geben – so werden die Minister in der Presse zitiert. Auf der Website der Plattform selbst wird jedoch auch der Termin für die Abschlagszahlungen vorsichtig mit „Ende November“ angegeben.

Im Normalfall sind 5 Tage eine kurze Zeitspanne – in der aktuellen Lage für die Betroffenen und damit auch für uns Steuerberater eine kleine Ewigkeit.

Eine tatsächliche Bearbeitung der Anträge und eine Auszahlung vor dem Dezember wird immer unwahrscheinlicher.

Unser Tipp: Wenn Ihr Liquiditätsproblem nicht bis dahin warten kann, melden Sie sich bitte bei uns bzw. Ihrem Steuerberater. Unter Umständen kommt für Sie die Beantragung der Überbrückungshilfe II in Frage. Diese ist bereits beantragbar und wird wahrscheinlich schneller ausgezahlt. Eine spätere Anrechnung der Novemberhilfe ist zwar einmal mehr ein bürokratisches Monster, aber möglicher Weise das kleinere Übel.

Die Fakten – wie viel Abschlagszahlung soll es geben

Soloselbständige erhalten eine Abschlagszahlung von bis zu 5.000 Euro; andere Unternehmen erhalten bis zu 10.000 Euro.

Die Beantragung

Für die Beantragung bleiben wir Steuerberater, die Wirtschaftsprüfer und die Rechtsanwälte zuständig.

Einzige Ausnahme sind – wie berichtet – Soloselbständige (Unternehmer ohne eigene Mitarbeiter) mit einem Umsatz von max. 6.666 € im November 2019. Sie können den Antrag selbst stellen.

Unser Tipp: Wenn Sie den Antrag selbst stellen wollen, benötigen Sie ein sog. ELSTER-Zertifikat. Dieses sollten Sie so schnell wie möglich beantragen, da das Zertifikat auf dem Postweg zu Ihnen kommt. 10 Tage sind hier die Regel. Die Beantragung müssen Sie hier persönlich vornehmen: www.elster.de
Eine Beantragung durch uns ist leider nicht möglich.

Der Ausblick

Für den 23. November sind laut Kanzlerin Merkel neue „rechtlich bindende“ Maßnahmen zu erwarten. Sobald es weitere Informationen, Klarstellungen und Handlungsempfehlungen gibt, melden wir uns.

Die neuen Fördermaßnahmen ab November – ein Überblick

Bargeld

Letzte Woche wurde neben diversen Kontaktbeschränkungsgeboten für den November auch ein neues staatliches Förderpaket vorgestellt, das die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie für besonders betroffene Unternehmen abfedern soll. Dieses tritt neben die bisherigen Förderungen.

Auch wenn viele Fragen zur konkreten Abwicklung frühestens im Laufe dieser Woche geklärt werden können, schnüren wir für Sie das Paket heute auf, um Ihnen einen ersten Überblick zu geben.

1.   Die neue „außergewöhnliche Wirtschaftshilfe“

1.1 Sind Sie grundsätzlich berechtigt?

Die neue Hilfe gilt zunächst für die Unternehmen, Institutionen und Einrichtungen, die direkt von der verordneten Schließung im November betroffen sind.

Grundsätzlich betrifft das folgende Bereiche und Branchen:

  • Gastronomie
  • Freizeit
  • Unterhaltung
  • Dienstleistungen rund um die Körperpflege (Ausnahme: Frisöre)
  • Veranstaltungen

Eine Regelung für Unternehmen, die indirekt als Zulieferer/ Dienstleister Umsatzeinbußen haben, ist in Arbeit – hier werden die Voraussetzungen wohl eher streng aussehen und auch kontrolliert werden. Im Moment ist die Rede von mindestens 90 % Umsatzeinbußen. Es wird eine Liste der konkret berechtigten „Gewerke“ geben.

„Die neuen Fördermaßnahmen ab November – ein Überblick“ weiterlesen